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Rückblick auf unsere bisherigen FairDeepDives

08. Juli 2024

Gemeinsam mit Fairantwortung gAG organisieren wir dieses Jahr 1,5-stündige Online FairDeepDives zu Themen der Circular Economy: Das Schließen von Textilkreisläufen, Kreislaufgeführte Verpackung und Zirkuläres Bauen stand schon auf unserer Agenda. Hier erfahrt ihr, worüber diskutiert worden ist. 

Rückblick auf unsere bisherigen Themen

Zirkuläres Bauen

Die Veranstaltung am 13. Juni zum Thema zirkuläres Bauen stieß auf große Resonanz. Ein besonderer Dank gilt den Teilnehmer:innen und den Expertinnen, die mit ihren Vorträgen wesentliche Impulse setzten.

Charlotte Bofinger von Zirkular eröffnete die Veranstaltung mit einem Vortrag, der die Notwendigkeit des zirkulären Bauens in den Mittelpunkt stellte. Sie erklärte die Bedeutung grauer Emissionen und skizzierte neue Rollen im Bauwesen, die zur Erhaltung von Beständen und zur Förderung der Zirkularität erforderlich sind. Charlotte Bofinger betonte, dass die Komplexität des zirkulären Bauens im Vergleich zu den ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgen des konventionellen Bauens geringer sei. Ihr Beitrag lieferte praxisnahe Einblicke und regte zum Nachdenken an.

Margit Sichrovsky von LXSY ARCHITEKTEN vertiefte in ihrem Vortrag die Planungsprozesse des zirkulären Bauens. Anhand des Praxisbeispiels Impact Hub Berlin zeigte sie, wie vorhandene Bauteile in funktionale und ästhetisch ansprechende Entwürfe integriert werden können. Margit Sichrovsky unterstrich die Wichtigkeit der gesellschaftlichen Integration in Planungsprozesse und die Anpassung sowohl baulicher als auch gesellschaftlicher Standards und Werte an ein zirkuläres Bauen. Ihr Beitrag war inspirierend und zeigte konkrete Umsetzungsmöglichkeiten auf.

Kreislaufgeführte Verpackung

Bei diesem FairDeepDive am 15. März waren SEA ME und hey circle zu Gast. Kathrin Lenz und Dominik Moers boten wertvolle Einblicke in die Schaffung geschlossener Kreisläufe für Verpackungen, unter dem Leitmotiv: Mehrweg.

Mehrweg funktioniert

Die Kosmetikmarke SEA ME GmbH demonstrierte, dass Konsumenten bereit sind, Drogerieprodukte in Mehrwegflaschen und -tiegeln zu kaufen. Der Erfolg dieses Modells führte zur Einführung eines Poolsystems, das nun auch anderen Kosmetikmarken zur Verfügung steht.Dies bietet langfristig Kosteneinsparungen. Für mehr Infos besucht SEA ME Poolsystem.

Die Pfandboxen von hey circle werden hauptsächlich im E-Commerce eingesetzt. Immer mehr Kunden fragen bei Onlineshops an, ob der Versand auch in Mehrwegverpackungen erfolgen kann. Mehrwegversand stellt derzeit ein Alleinstellungsmerkmal dar und kann entscheidend sein, bei welchem Onlineshop Kunden bestellen. Wenn ihr mehr erfahren möchtet, besucht Hey circle Mehrwegversand.

Erfolgsfaktoren für ein funktionierendes Mehrwegsystem

Noch ist nicht jede Verpackungsart und jedes Produkt für eine Mehrweglösung geeignet. Der Lebenszyklus der Produkte spielt eine wesentliche Rolle und muss ganzheitlich betrachtet werden:

  • Verpackungen aus Monomaterialien: Komponenten sollten in geschlossenen Materialkreisläufen zirkulieren können.
  • Umdenken in der Marketingkommunikation: Kreative Wege müssen gefunden werden, um gutes Storytelling auf standardisierten Verpackungen zu ermöglichen.
  • Systemischer Ansatz: Das Verhalten der Nutzer muss mitgedacht werden, um die Rückgabequote so hoch wie möglich zu halten.
  • Flächendeckende Rückgabe-Infrastruktur: Zum Beispiel über bestehende Pfandautomaten, Briefkästen, stationäre Abgabestationen und Abholservices.

Die Veranstaltung zeigte, dass Mehrweg nicht nur machbar, sondern auch wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll ist. Durch innovative Ansätze und ein ganzheitliches Denken kann der Weg in eine funktionierende Kreislaufwirtschaft geebnet werden.

Textilkreisläufe schließen

Beim FairDeepDive zum Thema „Textilkreisläufe schließen“ am 26. Januar wurde betont, wie wichtig vernetzte Ökosysteme für den Erfolg der Circular Economy sind. Eine Teilnehmerin brachte es auf den Punkt: „Im Bereich Circular Economy hängt der Erfolg des Einzelnen und der Gesamttransformation stark von Ökosystemen ab, die wir gemeinsam aufbauen müssen. Nur wenn die Übergänge nahtlos sind, kann es skaliert funktionieren.“

Eine zirkuläre Textilindustrie kann nur dann erfolgreich sein, wenn wir:

  • Einheitliche Standards einführen
  • Neue Geschäftsmodelle erproben
  • Die Gesamtheit der Prozesse betrachten, um Reboundeffekte zu vermeiden
  • Kreisläufe für alle in der Produktion eingesetzten Materialien schaffen

Diese Transformation erfordert die Zusammenarbeit verschiedener Stakeholder. Bei Circular Black Forest wird solch ein Netzwerk gebildet, um gemeinsam Lösungen zu erproben und umzusetzen.

Einblicke in die Textilwirtschaft

Nadine Herbrich von recyclehero machte auf die enorme Menge an bereits existierender Kleidung aufmerksam: „Es gibt so viele Klamotten auf der Erde, wir könnten jeden einzelnen Menschen auf der Welt für die nächsten 30 Jahre einkleiden.“ Steffen Gerlach von eeden ergänzte: „Für die Produktion neuer Textilien aus Zellulose werden jährlich 200 bis 300 Millionen Bäume gefällt.“

Um den Textilkreislauf konsequent zu schließen, müssen sowohl Konsument:innen als auch Hersteller:innen an vielen Stellen ansetzen:

  • Refuse: Trends meiden
  • Reduce: Qualität statt Quantität bevorzugen
  • Reuse: Kleidung in lokale Second-Hand-Kreisläufe geben
  • Repair: Kleidung reparieren lassen
  • Recycle: Textilien aus hochwertig recycelten Fasern nutzen

Diese Ansätze wurden von Nadine und Steffen ausführlich erläutert und ihre Visionen einer zirkulären Textilwirtschaft haben nachhaltig beeindruckt.

Ausblick

Beim nächsten FairDeepDive gemeinsam mit Fairantwortung gAG wird das Thema Kreislaufprozesse in der Industrie im Mittelpunkt stehen. Diese Veranstaltung wird weitere wertvolle Einblicke und Diskussionen bieten.

Alle bisherigen Veranstaltungen haben gezeigt, dass eine funktionierende Circular Economy nur durch Zusammenarbeit und gemeinsames Handeln möglich ist. Circular Black Forest dient hierzu als Plattform für den Austausch und die Entwicklung nachhaltiger Lösungen.


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